97 km Fernwanderweg in 5 Etappen — eine Reiseempfehlung für Gruppen
Der Harzer Hexenstieg ist der bekannteste Fernwanderweg im Harz: 97 Kilometer von Osterode im Westen bis nach Thale im Osten, markiert mit einer weißen Hexe auf blauem Grund. Eröffnet 2003, in 5 Etappen gut begehbar, und mit jeder Menge Abwechslung: Nordhangmoore, Stauseen, Brockenplateau, Bodetal.
Für Gruppen ist er attraktiv, weil sich die Etappen gut aufteilen lassen. Man kann den ganzen Weg gehen, nur Teilabschnitte, oder als Kombination aus Wandern und Schmalspurbahn. In diesem Beitrag schauen wir uns die Etappen an, was praktisch zu beachten ist und welche unserer Häuser sich als Ausgangspunkt anbieten.
Der klassische Verlauf führt von West nach Ost. Die Etappen sind so geschnitten, dass man jeden Abend in einer Ortschaft mit Übernachtung ankommt. Für Gruppen, die im eigenen Ferienhaus wohnen, lassen sich einzelne Etappen auch als Tagesausflug mit Transfer zurück planen.
| Etappe | Strecke | Länge | Höhenmeter |
|---|---|---|---|
| 1 | Osterode → Buntenbock | 16 km | 380 m |
| 2 | Buntenbock → Altenau | 18 km | 420 m |
| 3 | Altenau → Torfhaus | 13 km | 520 m |
| 4 | Torfhaus → Drei Annen Hohne (über Brocken) | 25 km | 620 m |
| 5 | Drei Annen Hohne → Thale (durchs Bodetal) | 25 km | 360 m |
Das Oberharzer Wasserregal (UNESCO-Welterbe) in den ersten Etappen — Teiche, Gräben und Staudämme aus 400 Jahren Bergbaugeschichte. Dann der Brocken als höchster Punkt der Tour, meist am vierten Tag. Zum Abschluss das Bodetal zwischen Treseburg und Thale, teilweise wirklich enger Fels-Wanderweg, landschaftlich die spektakulärste Etappe.
Wer nicht am Stück wandern will: Man kann sich ein Gruppenhaus als Basis nehmen und in Tagestouren einzelne Etappen abgehen — Transfer morgens zum Startpunkt, Abholung am Etappenende. Das entspannt die Logistik deutlich und abends gibt es eine vertraute Küche statt wechselnder Pensionen.
Für Schulklassen und Jugendfreizeiten eignen sich die Etappen 3 und 5 besonders: Altenau → Torfhaus ist überschaubar lang und endet am Nationalpark-Zentrum; Drei Annen Hohne → Thale ist landschaftlich das Highlight und fertig-gewandert wird mit dem Sessellift zur Rosstrappe.
Der Harzer Tourismusverband gibt ein offizielles Wanderheft aus, in das an Kontrollstempeln unterwegs abgestempelt wird. Für Klassen und Jugendgruppen ein prima Motivations-Faktor — und am Ende gibt es eine Wandernadel in Bronze, Silber oder Gold, je nach Anzahl gesammelter Stempel. Heft gibt es in jeder Tourist-Information kostenlos.

Zwischen den Etappenzielen fahren Regionalbusse der HATIX. Wer im Ferienhaus übernachtet, braucht einen zweiten Fahrer oder den Taxi-Shuttle — für Gruppen günstiger als Pensions-Kette.
Offizieller Gepäcktransport vom Harzer Tourismusverband: Koffer werden von Pension zu Pension weitergebracht. Wer im Gruppenhaus wohnt, spart sich das komplett.
Auf den höheren Etappen (Brocken, Torfhaus) immer 5–8 °C kühler als im Tal und oft windig. Wind- und Regenjacke gehören in den Tagesrucksack.
Gute Gaststätten liegen in Altenau, Torfhaus, Schierke und Treseburg. In den langen Etappen (4, 5) ausreichend Verpflegung mitnehmen — dazwischen gibt es wenig.
Fünf Wandertage sind üblich. Wer sportlich ist, schafft es in vier; Familien mit Kindern planen besser sechs Tage und bauen Ruhetage ein.
Ja, das ist für Gruppen mit Ferienhaus die bequemste Variante. Jede Etappe ist mit dem Auto als Shuttle erreichbar, alle Start- und Endpunkte sind direkt angefahren.
Moderate Fernwanderung. Keine hochalpinen Abschnitte, kein Klettern. Wer fit genug für 20 km am Tag ist, schafft alle Etappen — die Steigungen sind verteilt.
Einzelne Etappen ja, der komplette Weg am Stück nicht. Gut für Kinder sind Etappen 1, 2 und 3. Die Brocken-Etappe ist für geübte Kinder ab 10 zu schaffen.
Bei Übernachtung in Pensionen kalkulieren Gruppen mit 400–600 € pro Person inkl. Halbpension. Im eigenen Ferienhaus mit Selbstversorgung deutlich darunter.
Mit der Regionalbahn ab Hannover oder Göttingen. Osterode am Harz hat einen eigenen Bahnhof, der Startpunkt liegt etwa 15 Gehminuten vom Bahnhof entfernt.
Geschrieben von Familie Lehmann — seit 2003 Vermieter von Gruppenhäusern im Harz. Diese Reiseempfehlung basiert auf eigenen Erfahrungen und der regelmäßigen Abstimmung mit unseren Hausmeistern vor Ort.
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